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Treffen Der Generationen

Unternehmensnachfolge

Gute Vorbereitung des Juniors oder der Juniorin stellt die Weichen für nachhaltigen Erfolg. Nach einer aktuellen Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn gibt es in Deutschland rund 3,5 millionen Familienunternehmer. Jedes Jahr suchen etwa 20.000 von ihnen einen Nachfolger für den Chefsessel, weil der Senior aus Altersgründen abdanken will oder muss. Zirka 50 Prozent dieser Unternehmen sollen im Familienbesitz bleiben. Das klingt gut, stellt jedoch die betroffenen Firmenchefs vor eine besonders hohe Anforderung. Denn nach wie vor scheitern sogar die Patriarchen an der Spitze von erfolgreichen Großunternehmen, wenn es darum geht, den Generationswechsel problemlos zu meistern.

Warum das so ist, berichtet stephan Jansen, Präsident der Zeppelin University in Friedrichshafen am Bodensee, im »Handelsblatt«: »Die Anforderungen sind so speziell, weil die Familie im Hintergrund agiert und die Tradition eine große Rolle spielt.« Außerdem muss der scheidende Firmenlenker bei seinem Rückzug Schritte tun, die sein Leben radikal verändern werden. Es gilt, Aufgaben endgültig auf Andere zu übertragen sowie Eigentümermehrheit und Aufsicht über den Betrieb abzugeben. Und dann ist natürlich immer noch nicht klar, ob die Wahl des Nachfolgers richtig war und sich nicht nach ein paar Jahren als dramatischer Fehlgriff erweist. Denn nicht nur Branchenkenntnis und Persönlichkeit des Juniors entscheiden über seinen Erfolg. Zeigt sich nach einiger Zeit, dass er nun doch keine Lust verspürt, in Vaters oder Mutters Fußstapfen zu treten, und ihm die notwendige Leidenschaft für seine großen Aufgaben fehlt, kann selbst ein jahrzehntelang erfolgreiches Traditionsunternehmen ins Trudeln geraten.

Von langer Hand geplant

Dieser Gefahr ist sich auch der 1898 gegründete Berliner Dokumentenmanager Horn & Görwitz bewusst. »Bei uns gibt es beim Thema Nachfolge einige ungeschriebene Gesetze«, berichtet maximilian Görwitz, der vor wenigen Wochen als Geschäftsführer in die Spitze des Familienunternehmens aufrückte. Zu diesen Gesetzen gehört es unter anderem, dass in frage kommende Kandidaten studiert haben sollen – am besten Jura, Ingenieurwesen oder Betriebswirtschaft. Görwitz: »Nach Ende des Studiums soll man sich über zwei bis fünf Jahre die Sporen in einem anderen Unternehmen verdienen, das nicht unbedingt zu unserer Branche gehören muss.« Ist auch dieser Anspruch erfüllt, werden die Kandidaten von den Senioren gefragt, ob sie sich eine Nachfolge im Familieneigenen unternehmen vorstellen könnten. Maximilian Görwitz und ein Cousin sagten zu. Seitdem trafen sich Jung und Alt regelmäßig zu Diskussionen und Erfahrungsaustausch über die Zukunft des Unternehmens und die künftige Zusammenarbeit. Parallel dazu begann die Einarbeitung der designierten Nachfolger in einzelne Abteilungen. Görwitz: »Das war eine enorm wichtige Zeit. Denn wir konnten zu den Mitarbeitern Vertrauen aufbauen und ihnen zeigen, dass wir einer von ihnen sind. Außerdem hat es sich auf das Team sehr positiv ausgewirkt, dass wir schon erfolgreich in anderen Unternehmen gearbeitet haben.«

Während des Einarbeitungsprogramms kamen einige Dinge ans Tageslicht, die den »Jungen« missfielen. »Wir haben uns die Gründe erklären lassen, warum einige Abläufe anders funktionierten, als wir es uns vorgestellt hatten.« im partnerschaftlichen Dialog zwischen Junioren und Senioren wurden daraufhin Optimierungsmöglichkeiten gefunden. Was sich jedoch jahrelang als sinnvoll erwiesen hatte, blieb auch bestehen. »So gelang es, das Unternehmen langsam, von innen heraus, zu modernisieren«, erläutert Geschäftsführer Maximilian Görwitz. Damit sind die Weichen bei dem Berliner Traditionsbetrieb auf weiteres stabiles Wachstum gestellt. Wer unbedingt früher erfahren möchte, ob sich Sohn oder Tochter als Nachfolger auf dem Chefsessel des Familienunternehmens eignet, kann eine erste Tendenz schon durch die Antworten auf ein paar Fragen ableiten. Einige Beispiele: sieht das Kind in seinem Vater/seiner Mutter ein Vorbild? Ist er/sie in der Lage, persönliche Niederlagen und Enttäuschungen relativ schnell zu verarbeiten?

Übernimmt er/sie in der Schule Führungsaufgaben – zum Beispiel als Klassensprecher? Hat er/sie während der Ferien schon öfter im Betrieb von Vater oder Mutter mitgearbeitet – nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch, um betriebliche Abläufe kennenzulernen? Übrigens: Unternehmertum lässt sich in Deutschland studieren. Rund 80 hochschulen bieten inzwischen eine Ausbildung für angehende Chefs von Familien- und anderen Betrieben.

Wenn sich frühere und gegenwärtige Generationen durch eine Lücke im Raum-Zeit- Kontinuum tatsächlich treffen könnten, dann hätten sie sich einiges zu sagen, oder? Diese Dynastien jedenfalls haben die Nachfolgefrage für sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte immer wieder gelöst: Ob die familie Prym, Friedrich Metzler, Reinhard Zinkann, Carl Miele, ob die Würths oder August Oetker – ihre Strategien zum Unternehmensübergang sind erfolgreich gewesen. Wer wer ist? Raten sie mal!

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