SERVICE

konkrete Arbeitsziele
Worauf bei der praktischen Umsetzung zu achten ist.
Mehr Umsatz, höhere Produktivität, weniger Ausschuss – typische Ziele von Unternehmern. Mitarbeiter dagegen streben eine sinnvolle, gesicherte Beschäftigung an, in angenehmer Arbeitsatmosphäre und mit angemessener Bezahlung. »Beide Zielsetzungen klingen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich«, sagt Unternehmensberater Gunther Wolf. Der Wuppertaler berät seit rund 25 Jahren mittelständische Unternehmen und weiß: »Mit individuellen Zielvereinbarungen lassen sich die Pläne von beiden Parteien realisieren.« »Management by objectives« heißt die Führungsstrategie, die vor rund 50 Jahren von dem US-amerikanischen Ökonom Peter F. Drucker geprägt wurde. Seine Vorstellung: Werden für jede Abteilung und für jeden Mitarbeiter einzelne Ziele festgelegt, können am Ende die strategischen Pläne des Betriebs und der Beschäftigten realisiert werden. SM ART (Spezifisch, Messbar, Aktiv beeinflussbar, Realistisch, Terminiert) müssen die individuellen Meilensteine sein, forderte Drucker.
*Wir müssen reden! *
Ein hoher Anspruch, an dem viele Unternehmer scheitern. Hauptproblem: die mangelhafte Kommunikation zwischen den einzelnen Hierarchieebenen. »Damit Zielvereinbarungen als Führungsinstrument effizient greifen, müssen sie zwei Standbeine bekommen: Ziele und Maßnahmen – beides darf nicht miteinander vermischt oder sogar verwechselt werden«, sagt Personalexperte Gunther Wolf. In den Zielformulierungen sollten die folgenden Punkte festgehalten werden:
• Das Ergebnis am Ende der Entwicklung.
• Die Messgröße, mit der das Ergebnis beschrieben wird.
• Die zu erreichende Höhe der Messgröße.
• Der Zeitraum, in welchem das Ergebnis erreicht werden soll.
Die Maßnahmen, die für jeden einzelnen Beschäftigten fixiert werden, sind ebenfalls so konkret wie möglich zu beschreiben: Welcher Mitarbeiter hat was bis wann zu erledigen und mit welchem Ergebnis? Und auch nach der Einführung von Zielvereinbarungen ist die kontinuierliche Kommunikation wichtig. Zum Beispiel bei den regelmäßigen Mitarbeitergesprächen. Experte Wolf rät dazu, Leitfäden zu entwickeln, die durch die einzelnen Themenbereiche führen: die Aufgaben, das bisher Erreichte, das Potenzial sowie die nächsten angepeilten Richtwerte der Firma und des Mitarbeiters. Mindestens halbjährlich sollten diese Termine stattfinden. Wolf: »Anderenfalls verpuffen die eingeleiteten Maßnahmen, und die unternehmerischen Ziele rücken in weite Ferne.
Messlatte gerissen?
Was tun, wenn die Firma und ihre Mitarbeiter ihr Soll nicht erfüllt haben? Vier Tipps zum Umgang mit der Misere:
• Gehen Sie offen damit um, wenn die Ziele verfehlt wurden. Es zählen keine Ausreden, nur die tatsächlichen Gründe.
• Wenn absehbar ist, dass ein Mitarbeiter sein persönliches Ziel nicht erreichen kann, ist der Vorgesetzte dazu verpflichtet, ihn zu unterstützen.
• Wichtig: Korrigieren Sie nie das Ziel, sondern überdenken Sie ausschließlich die eingeleiteten Maßnahmen.
• Bleiben Sie konsequent: Der vereinbarte Bonus oder die versprochene Betriebsfeier fallen aus.
Kommentare
Keine Kommentare